Nase


Nase

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Na|se ['na:zə], die; -, -n:
über dem Mund herausragender Teil des Gesichts, mit dem Gerüche wahrgenommen werden:
eine spitze, gebogene, große Nase; sich die Nase putzen.
Syn.: Gurke (ugs.), Rüssel (salopp).

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Na|se 〈f. 19
1. 〈Anat.〉 Eingangsorgan zu den Atemwegen; Sy Riechorgan (1)
2. 〈fig.〉 Geruchssinn, Spürsinn
5. Vorderteil eines Flugzeugs o. Ä.
6. 〈Arch.〉 spitze, vorspringende Form im gotischen Maßwerk
7. 〈Mech.〉 hakenförmiger Ansatz, Handgriff (z. B. am Hobel)
8. 〈Zool.〉 ein Karpfenfisch mit nasenartigem Schädelfortsatz: Chondrostoma nasus; Sy Näsling
9. 〈umg.〉 herabgelaufener u. getrockneter Lacktropfen (beim Streichen von Möbeln, Türen usw.)
● Mund und \Nase aufsperren 〈fig.; umg.〉 in auffallender Weise staunen; sich die \Nase begießen 〈fig.; umg.〉 etwas Alkoholisches trinken; eins auf die Nase bekommen 〈umg.〉 geschlagen werden; 〈fig.; umg.〉 zurechtgewiesen werden; das beleidigt meine \Nase 〈umg.; scherzh.〉 das riecht unangenehm; jmdm. eine \Nase drehen 〈fig.; umg.〉 ihn schadenfroh auslachen, verspotten, sich über ihn lustig machen; die \Nase hängen lassen 〈fig.; umg.〉 niedergeschlagen, enttäuscht sein; ihm läuft die \Nase, seine \Nase läuft 〈umg.〉 er hat Schnupfen, u. es ist höchste Zeit, dass er sich die N. putzt; sich die \Nase putzen, schnäuzen, wischen; die \Nase über etwas rümpfen 〈fig.〉 mit etwas auf überhebl. Weise unzufrieden sein, sich über etwas erhaben fühlen, verächtlich auf etwas herabblicken; sich die \Nase zuhalten (wegen des schlechten Geruchs) ● eine breite, dicke, gebogene, gerade, große, kleine, krumme, kurze, lange, spitze, stumpfe \Nase; eine feine, schmale, zierliche \Nase; eine feine, gute \Nase haben (für etwas) 〈fig.〉 etwas rasch merken; er hat eine gute \Nase einen guten Geruchssinn; die \Nase hoch tragen 〈fig.; umg.〉 hochmütig sein; jmdm. eine lange \Nase machen 〈fig.; umg.〉 ihn schadenfroh auslachen, verspotten, sich über ihn lustig machen (indem man den Daumen an die Nase hält u. mit gespreizten Fingern auf ihn zeigt); er hat die richtige \Nase dafür 〈fig.; umg.〉 er versteht etwas davon; er hat die \Nase voll davon 〈fig.; umg.〉 er hat genug davon, ist dessen überdrüssig, will damit nichts mehr zu tun haben ● er sieht nicht weiter als seine \Nase (reicht) 〈fig.; umg.〉 er sieht, denkt nicht weit, ist engstirnig, beschränkt; jmdm. etwas an der \Nase (an der Nasenspitze) ansehen 〈fig.; umg.〉 auf den ersten Blick erkennen; fass dich/dir an deine eigene \Nase!, zieh, zupf dich/dir an deiner eigenen \Nase! 〈fig.; umg.〉 denk an deine eigenen Fehler (ehe du andere kritisierst), kümmere dich um deine eigenen Angelegenheiten; er hat mich an der \Nase herumgeführt 〈fig.; umg.〉 überlistet, mit Worten hingehalten; sie drückte sich die \Nase an der Scheibe (des Fensters, Schaufensters) platt; das werde ich ihm nicht gerade auf die \Nase binden 〈fig.; umg.〉 ich werde mich hüten, es ihm zu sagen; du hättest ihm längst eins auf die \Nase geben sollen! 〈fig.; umg.〉 ihn zurechtweisen sollen; jmdm. auf der \Nase herumtanzen 〈fig.; umg.〉 mit ihm tun od. ohne Rücksicht auf ihn tun, was man will; du bist wohl auf der \Nase gelaufen? (weil sie so zerschunden ist) 〈fig.; umg.〉; auf der \Nase liegen 〈fig.; umg.〉 krank sein; jmdm. etwas (auch: die Würmer) aus der \Nase ziehen 〈fig.; umg.〉 durch listige od. hartnäckige Fragen zu erfahren suchen; durch die \Nase reden, sprechen (bei Schnupfen); das fährt, geht, sticht einem in die \Nase riecht unangenehm, scharf; er sollte seine \Nase nicht in alles, jeden Dreck, Quark stecken 〈fig.; umg.〉 er sollte sich nicht um Dinge kümmern, die ihn nichts angehen, sich nicht überall einmischen; steck deine \Nase ins Buch! 〈fig.; umg.〉 lerne etwas; er hat wieder einmal die \Nase zu tief ins Glas gesteckt zu viel getrunken; er musste mit langer \Nase abziehen 〈fig.; umg.〉 erfolglos, enttäuscht weggehen; jmdn. mit der \Nase auf etwas stoßen 〈fig.; umg.〉 ihm deutlich begreiflich machen, ihn deutlich auf etwas hinweisen; es geht nicht immer alles nur nach deiner \Nase 〈fig.; umg.〉 nicht immer nur so, wie du es möchtest; immer der \Nase nach! 〈fig.; umg.〉 immer geradeaus; pro \Nase 〈umg.〉 pro Kopf, pro Person; sein Gesichtskreis, sein (geistiger) Horizont geht nicht über seine \Nase, über die eigene \Nase hinaus 〈fig.; umg.〉 er ist engstirnig; jmdm. die Faust unter die \Nase halten 〈fig.; umg.〉 ihm drohen; jmdm. etwas unter die \Nase reiben 〈fig.; umg.〉 deutlich zu verstehen geben, vorhalten; es liegt vor deiner \Nase! 〈fig.; umg.〉 unmittelbar vor dir, du müsstest es eigentlich sehen; den lasse ich mir nicht vor die \Nase setzen 〈fig.; umg.〉 zu meinem Vorgesetzten machen; der Bus, Zug fuhr mir vor der \Nase weg 〈fig.; umg.〉 ich versäumte ihn knapp, ich sah noch, wie er abfuhr; jmdm. etwas vor der \Nase wegschnappen 〈fig.; umg.〉 etwas in dem Moment rasch wegnehmen, als der andere gerade zugreifen will; jmdm. die Tür vor der \Nase zuschlagen die Tür unmittelbar vor einem Nachfolgenden zuschlagen; 〈fig.〉 ihn unfreundlich abfertigen, ihn nicht hereinbitten [<ahd. nasa, engl. nose <idg. *nas- „Nase, Nasenloch“]

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Na|se , die; -, -n [mhd. nase, ahd. nasa, urspr. wahrsch. = Nasenloch]:
1.
a) (ugs.) Geruchsorgan (von Menschen u. Tieren):
eine knollige N.;
der Hund hat eine feuchte N.;
jmdm. blutet die N.;
jmdm. läuft die N. (ugs.; jmd. hat Schnupfen);
die N. ist verstopft;
sich die N. putzen;
die N. rümpfen;
das Kind ist auf die N. gefallen (ugs.; hingefallen);
durch die N. atmen;
jmdm. passt/gefällt jmds. N. nicht (ugs.; jmd. kann jmdn. nicht leiden);
von jmdm., etw. die N. [gestrichen] voll haben (ugs.; jmds., einer Sache [gänzlich] überdrüssig sein);
die N. vorn haben (ugs.; bei etw. dabei sein, gewinnen);
seine N. in etw./in alles [hinein]stecken (ugs.; sich neugierig um etw./um alles kümmern, [was einen nichts angeht]);
nicht weiter sehen als seine N. [reicht] (ugs.; engstirnig sein);
die N. hängen lassen (Kopf 1);
die N. hoch tragen (Kopf 1);
die N. rümpfen (jmdn., etw. gering schätzen, auf jmdn./etw. verächtlich herabsehen);
sich <Dativ> die N. begießen (ugs.; Alkohol trinken);
die N. zu tief ins Glas stecken (ugs.; sich betrinken);
sich <Dativ> eine goldene N. verdienen (ugs.; sehr viel Geld verdienen);
die/seine N. in ein Buch stecken (ugs.; eifrig lernen);
jmdm. eine [lange] N. drehen/machen (ugs.; jmdn. auslachen, verspotten);
die/jmds. N. beleidigen (ugs.; schlecht riechen);
immer der N. nach (ugs.; immer geradeaus);
jmdm. etw. an der N. ansehen (ugs.; Nasenspitze);
sich an die eigene N. fassen/(selten:) sich an der eigenen N. zupfen/(österr., schweiz.:) sich selber an der N. nehmen (ugs.; sich um die eigenen Fehler u. Schwächen kümmern);
jmdn. an der N. herumführen (ugs.; jmdn. täuschen, irreführen; nach dem Bild des an einem Nasenring gezogenen Tieres);
auf der N. liegen (ugs.; krank sein);
auf die N. fallen (ugs.; einen Misserfolg erleben);
jmdm. etw. auf die N. binden (ugs.; jmdm. etw. erzählen, was für ihn nicht bestimmt ist);
jmdm. auf der N. herumtanzen (Kopf 1);
jmdm. eins/was auf die N. geben (ugs.: 1. jmdn. verprügeln. 2. jmdn. tadeln, zurechtweisen);
jmdm. etw. aus der N. ziehen (ugs.; von jmd. etw. [was er nicht erzählen will od. sollte] erst nach wiederholtem, geschicktem Fragen schließlich erzählt bekommen);
jmdm. in die N. fahren (ugs.; jmdn. ärgern);
jmdn. mit der N. auf etw. stoßen (ugs.; jmdn. deutlich auf etw. hinweisen);
immer mit der N. vorneweg sein (ugs.; vorwitzig sein);
nach jmds. N. gehen (ugs.; jmds. Vorstellungen entsprechend verlaufen);
pro N. (ugs.; pro Person);
jmdm. etw. unter die N. reiben (ugs.; jmdm. wegen etw. Vorhaltungen machen; jmdm. [unverblümt] etw. Unangenehmes sagen);
jmdm. etw. unter die N. halten (ugs.; jmdm. etw. so vors Gesicht halten, dass er es sehen muss);
jmdm. vor der N. wegfahren (ugs.; von jmdm. knapp verpasst werden);
jmdm. jmdn. vor die N. setzen (ugs.; jmdm. jmdn. überordnen, zum Vorgesetzten machen);
jmdm. etw. vor der Nase wegschnappen (ugs.; etw. schnell an sich bringen, bevor jmd. anders es bekommen kann);
etw. vor der N. haben (ugs.; etw. in unmittelbarer Nähe haben);
b) Geruchssinn:
der Hund hat eine gute N.;
c) Spürsinn, Gespür:
seine N. hat ihn getäuscht.
2.
a) (scherzh.) Bug eines Schiffes, Flugzeugs; Vorderteil eines Autos:
die N. des Bootes hob sich aus den Wellen;
b) Vorsprung an einer Felswand od. einem Gebäude;
c) hakenförmiger Ansatz (z. B. an einem Dachziegel, einem Hobel).
3. (ugs.) herablaufender Farb-, Lacktropfen.
4. in Flüssen lebender, relativ großer Karpfenfisch mit einem einer Nase (1 a) ähnlichen Oberkiefer.

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I
Nase,
 
Geruchsorgan vorn am Kopf der Wirbeltiere, das bei den Luft atmenden Wirbeltieren und beim Menschen auch der Anfangsteil des Atemwegs ist. Mit ihm nehmen wir den Körpergeruch eines Menschen oder sein Parfum wahr, die uns aufmerksam machen, anregen oder abstoßen können und somit auch erotische Bedeutung haben. Allerdings ist der Geruchssinn nicht bei allen Menschen so stark ausgeprägt. Die Größe und Form der Nase selbst hat für das Gesicht eines Menschen große Bedeutung, sie lässt aber (im Gegensatz zu der irrigen, aber weit verbreiteten Ansicht) z. B. keinen Rückschluss auf die Größe des Glieds eines Mannes zu.
 
Siehe auch: Primaten, Sinne.
 
II
Nase,
 
1) Anatomie: Nasus, vorn am Kopf gelegenes Geruchssinnesorgan des Menschen und der übrigen Wirbeltiere, das u. a. der Prüfung von Atemluft oder Atemwasser und Nahrung dient. Bei den luftatmenden Landwirbeltieren ist die Nase nicht nur Organ des Geruchssinnes, sondern auch Teil der Atemwege.
 
Während Knorpel- und Knochenfische nur ein Paar Riechgruben (häufig mit getrennten, hintereinander liegenden Wasserein- und -ausströmöffnungen) haben, besteht bei allen anderen Wirbeltieren und auch beim Menschen eine Verbindung zwischen den beiden äußeren Nasenöffnungen (Nasenlöcher, Nares) und der Mund- beziehungsweise Rachenhöhle. Dies wird dadurch möglich, dass im Anschluss an die beiden Nasenhöhlen zwei innere Nasenöffnungen (Choanen) entstanden sind. Von den Reptilien an ist die Nasenhöhle in einen Nasenvorhof und eine zum Teil mit dem Riechepithel ausgestattete Nasenhauptkammer aufgeteilt. Bei den Säugetieren treten erstmals Nasenmuscheln (Conchae nasales) in Form von dünnen, von den seitlichen inneren Nasenwänden quer in die Nasenhöhle hineinragenden, von Schleimhaut überzogenen Knorpel- oder Knochenplatten auf; der Luftraum in der Nase ist durch die Ausbildung von Nasennebenhöhlen erweitert. Besonders verlängert ist der äußere Nasenteil beim Rüssel der Elefanten. Manche Säugetiere können die Nasenlöcher verschließen.
 
Die Nase des Menschen gliedert sich in die äußere Nase, bestehend aus Nasenwurzel, Nasenrücken, Nasenspitze und Nasenflügeln, und in die Nasenhöhle. Die äußere Nase wird im Bereich der Nasenwurzel v. a. vom paarigen, schmalen Nasenbein (Nasale, Os nasale) gestützt. Daran anschließend formen nach vorn zu verschiedene hyaline Knorpelstücke als knorpeliges Nasenskelett das nachgiebige, für den Menschen typische Unterteil der (äußeren) Nase. Die knorpelige Nasenscheidewand (Nasenseptum) trennt die Nasenhöhlen voneinander. Überkleidet ist das Skelett der äußeren Nase von Haut, die stark mit Talgdrüsen besetzt ist und in den Nasenvorhof übergeht. Dieser ist mit starken, reusenartig nach außen gerichteten Nasenhaaren (Vibrissae) zum Schutz gegen Fremdkörper, Staub und kleine Tiere ausgestattet. Bis auf das Riechepithel sind die Nasenhöhlen von Schleimhaut mit Flimmerepithel ausgekleidet, das eingedrungene Staubpartikel rachenwärts transportiert. Von der Nasenhöhlenaußenwand beiderseits bis fast zur Nasenscheidewand ragen drei übereinander liegende Nasenmuscheln in die Nasenhöhle vor, die dadurch in je drei überdachte Nasengänge unterteilt wird. In den unteren Nasengang mündet der Abflusskanal der Tränendrüsen, in den mittleren münden fast alle Nebenhöhlen. Die obere Nasenmuschel ist kleiner als die beiden anderen und außerdem nach hinten verlagert. Sie bildet zusammen mit der Nasenscheidewand eine Rinne (Riechfurche, Sulcus olfactorius), deren Seitenwände das Riechepithel tragen.
 
Die Frühentwicklung der menschlichen Nase geht in der vierten embryonalen Lebenswoche von zwei noch relativ weit auseinander liegenden Epithelverdickungen (Riechfelder) aus. Am Anfang des dritten Embryonalmonats ist der Nasenrücken noch äußerst kurz, die Nasenlöcher sind noch nach vorn gerichtet.
 
Krankheiten:
 
Eine häufige Entzündung im Bereich des Naseneingangs ist der Nasenfurunkel, die eitrige Entzündung eines Haarbalgs oder einer Hautanhangdrüse, der wie alle Furunkel im Bereich der Nase oder Wange durch Ausbreitung der Erreger ins Gehirn lebensbedrohlich werden kann. Weitere die Nase betreffende Hautkrankheiten sind Rosacea und Hauttuberkulose. Durch Einbringen von Fremdkörpern (v. a. bei Kindern) kann es zu Eiterungen, auch zu Verkrustung (Bildung von Rhinolithen) kommen. Häufigste Erkrankung der Nasenschleimhaut ist der akute Nasenkatarrh (Schnupfen); eine gestörte Funktion der Gefäßnerven (v. a. der Nasenmuschel) kann bei äußerer Reizung (Kälte, Rauch, Staub) oder unter psychischen wie auch hormonellen (Schwangerschaft) Einflüssen zur wechselnden, oft lageabhängigen Verlegung der Nasengänge führen (vasomotorische Rhinitis). Chronische Entzündungen der Schleimhäute oder benachbarte Infekte können sich zur Nasennebenhöhlenentzündung ausweiten. Unklarer Ursache ist die Ozaena (Stinknase). Zu den gutartigen Tumoren gehören die Nasenpolypen; neben den halbbösartigen Papillomen kommt es auch zu Plattenepithelkarzinomen und Sarkomen. Eine relativ häufige Fehlbildung stellt die Nasenscheidewandverbiegung (Septumdeviation) dar, die eine Behinderung der Nasenatmung hervorrufen kann (Behandlung durch operative Korrektur). Bei den Verletzungen steht der Nasenbeinbruch (meist als quer verlaufender Bruch des Nasengerüsts) an erster Stelle. Von den vielen Venengeflechten in der Nasenschleimhaut geht das oft heftige Nasenbluten aus.
 
Der Diagnose von Krankheiten der inneren Nase dienen der Nasenspiegel sowie Ultraschall- und Röntgenuntersuchungen.
 
Formfehler der äußeren Nase treten v. a. als Schief-, Höcker-, Sattel- oder Breitnase auf; sie sind häufig Grund für eine plastische Operation (Nasenplastik).
 
 
 2) Baukunst: vorspringende Spitze am Überschneidungspunkt zweier Pässe im Maßwerk. In den komplizierten Ausbildungen von Mehrpässen und Mehrblattgebilden der Spätgotik bekommt die Nase oft (in Form einer Lilie oder Krabbe) eigene ornamentale Funktion. - Nasen heißen auch hornförmige Gebilde an geschwungenen Fachwerkteilen (genaste Strebe) und die Aufhängungsvorrichtung an Dachziegeln (Biberschwanz). - Als Wassernase wird die zum Abtropfen des Regenwassers an Gesimsen und vorspringenden Bauteilen angebrachte Profilierung bezeichnet.
 
Hier finden Sie in Überblicksartikeln weiterführende Informationen:
 
 
Atmung: Übersicht über das Atmungssystem
 
Geschmackssinn und Geruchssinn
 
Chemorezeption: Riechen und Schmecken
 
Riechen: Physiologie und Riecherlebnisse
 
III
Nase,
 
Chondrostoma nasus, bis 50 cm langer Karpfenfisch mit unterständigem Maul, das einen verhornten, scharfkantigen Überzug besitzt. Der bodenorientierte Schwarmfisch weidet überwiegend in Fließgewässern pflanzlichen Aufwuchs und Kleintiere ab. Die Nase ist eine in vielen Gebieten gefährdete Fischart.
 

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Na|se, die; -, -n [mhd. nase, ahd. nasa, urspr. wahrsch. = Nasenloch]: 1. a) Geruchsorgan (von Menschen u. Tieren): eine große, spitze, lange, knollige N.; der Hund hat eine feuchte N. (Schnauze); jmdm. blutet die N.; jmdm. läuft die N. (ugs.; jmd. hat Schnupfen); die N. ist verstopft; sich die N. zuhalten, putzen, schnäuzen; die N. kraus ziehen, rümpfen; das Kind ist auf die N. gefallen (ugs., hingefallen); [sich] die Brille auf die N. setzen; durch die N. atmen; in der N. bohren; *jmdm. passt/gefällt jmds. N. nicht (ugs.; jmd. kann jmdn. nicht leiden); von jmdm., etw. die N. [gestrichen] voll haben (ugs.; jmds., einer Sache [gänzlich] überdrüssig sein); die N. vorn haben (ugs.; bei etw. dabei sein, gewinnen); seine N. in etw./in alles [hinein]stecken (ugs.; sich neugierig um etw./um alles kümmern, [was einen nichts angeht]); nicht weiter sehen als seine N. [reicht] (ugs.; engstirnig sein); die N. hängen lassen (↑Kopf 1); die N. hoch tragen (↑Kopf 1); die N. rümpfen (jmdn., etw. gering schätzen, auf jmdn./etw. verächtlich herabsehen); sich <Dativ> die N. begießen (ugs.; Alkohol trinken); die N. zu tief ins Glas stecken (ugs.; sich betrinken); sich <Dativ> eine goldene N. verdienen (ugs.; sehr viel Geld bei etw. verdienen); die/seine N. in ein Buch stecken (ugs.; eifrig lernen); jmdm. eine [lange] N. drehen/machen (ugs.; jmdn. auslachen, verspotten); die/jmds. N. beleidigen (ugs.; schlecht riechen); immer der N. nach (ugs.; immer geradeaus); jmdm. etw. an der N. ansehen (ugs.; ↑Nasenspitze);sich an die eigene N. fassen/(selten:) an der eigenen N. zupfen (ugs.; sich um die eigenen Fehler u. Schwächen kümmern); jmdn. an der N. herumführen (ugs.; jmdn. täuschen, irreführen; nach dem Bild des an einem Nasenring gezogenen Tieres); auf der N. liegen (ugs.; [als Ergebnis von etw.] krank sein); auf die N. fallen (ugs.; einen Misserfolg erleben): er ist [mit diesem Projekt] voll auf die N. gefallen; jmdm. etw. auf die N. binden (ugs.; jmdm. etw. erzählen, was für ihn nicht bestimmt ist): Mußt du jedem auf die N. binden, wer du bist? (A. Zweig, Grischa 61); jmdm. auf der N. herumtanzen (↑Kopf 1); jmdm. eins/was auf die N. geben (ugs.; 1. jmdn. verprügeln. 2. jmdn. tadeln, zurechtweisen); eins/was auf die N. bekommen/kriegen (landsch. ugs.; 1. Prügel bekommen. 2. getadelt, gemaßregelt werden); sich <Dativ> etw. aus der N. gehen lassen (ugs.; sich etw. entgehen lassen); jmdm. etw. aus der N. ziehen (ugs.; jmdn. nur durch wiederholtes, geschicktes Fragen dazu bringen, etw. zu erzählen [was er nicht erzählen will od. sollte]): lass dir doch nicht jedes Wort aus der N. ziehen, erzähl schon!; jmdm. in die N. fahren (ugs.; jmdn. ärgern); jmdm. in die N. stechen (ugs.; jmdm. sehr gefallen, sodass er es gerne haben möchte); mit langer N. abziehen [müssen] (ugs.; enttäuscht weggehen [müssen] ); jmdn. mit der N. auf etw. stoßen (ugs.; jmdn. deutlich auf etw. hinweisen); immer mit der N. vorneweg sein (ugs.; vorwitzig sein); [nicht] nach jmds. N. sein (ugs.; jmdm. [nicht] gefallen): das Ergebnis war überhaupt nicht nach seiner N.; nach jmds. N. gehen (ugs.; jmds. Vorstellungen entsprechend verlaufen); pro N. (ugs.; pro Person); jmdm. etw. unter die N. reiben (ugs.; jmdm. wegen etw. Vorhaltungen machen; jmdm. [unverblümt] etw. Unangenehmes sagen; bezieht sich darauf, dass man jmdm. etw., dessen Geruch er genau wahrnehmen soll, dicht unter die Nase hält u. hin- u. herbewegt); jmdm. etw. unter die N. halten (ugs.; jmdm. etw. so vors Gesicht halten, dass er es sehen muss); jmdm. vor der N. wegfahren (ugs.; abfahren, kurz bevor jmd. das Fahrzeug erreicht); jmdm. jmdn. vor die N. setzen (ugs.; jmdm. jmdn. überordnen, zum Vorgesetzten machen): Man setzt uns die Russen vor die N. (Mehnert, Sowjetmensch 259); jmdm. etw. vor die N. setzen (ugs.; jmdm. durch etw. die Aussicht verbauen); jmdm. etw. vor der Nase wegschnappen (ugs.; etw. schnell an sich bringen, bevor ein anderer es bekommen kann); etw. vor der N. haben (ugs.; etw. in unmittelbarer Nähe haben); b) Geruchssinn: der Hund hat eine gute, feine N.; c) Spürsinn, Gespür: seine N. hat ihn getäuscht; sie hat eine gute, die richtige N. fürs Geschäft; die haben eine gute N. für alles, was Geld einbringt (Waggerl, Brot 47). 2. a) (scherzh.) Bug eines Schiffes, Flugzeugs; Vorderteil eines Autos: die N. des Bootes hob sich aus den Wellen; Der Flugzeugführer muss also beim Abflug die N. seiner Maschine auf den Punkt B stellen (Frankenberg, Fahren 77); b) Vorsprung an einer Felswand od. einem Gebäude; c) hakenförmiger Ansatz an einem Dachziegel, Hobel o. Ä. 3. (ugs.) herablaufender Farb-, Lacktropfen. 4. in Flüssen lebender, relativ großer Karpfenfisch mit einem einer ↑Nase (1 a) ähnlichen Oberkiefer.

Universal-Lexikon. 2012.

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